Lesung Alice Hasters – „Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten“
Veranstalter:
Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße gGmbH , Naunynstraße 27, 10997 Berlin, Deutschland
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Buchvorstellung mit Alice Hasters
Wie finden wir zusammen, wenn Blicke sich verhärten und Verletzlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird? Wie finden wir Klarheit, wenn wichtige Begriffe verdreht werden?
Alice Hasters hat sich in ihrem dritten Buch – nach Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten (2019) und Identitätskrise (2023) – die Entwicklung des Begriffs „Opfer“ und damit die Verschiebung des Diskurses angeschaut: Denn immer häufiger sind mit dem Begriff „Opfer“ nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist, sondern solche, die die Harmonie stören, die als verweichlicht gelten, die andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. Härte gegen andere gilt zunehmend als erstrebenswert – und während an Opfer unmenschlich hohe Ansprüche gestellt werden, verändern mächtige Bündnisse patriarchaler Komplizenschaft unsere Welt zum Schlechteren.
Alice Hasters beschreibt einen kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit einem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus einhergeht. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Sensibilität als elitär gilt? Und das Recht des Stärkeren als authentisch? Mit intellektueller Unruhe stellt Alice Hasters den aktuellen Diskursverdrehungen die Forderung nach einer Analyse realer Machverhältnisse entgegen und stellt der neuen protofaschistischen Härte die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber. In der Moderation von XX stellt sie nun ihr im April dieses Jahres erschiene Buch Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten im Ballhaus Naunynstraße vor.
Überall wird über Opfer gesprochen. Die einen werden Opfer, die anderen inszenieren sich als solche. Es gibt die Opfer des Klimawandels und die Opfer von zu hohen Benzinpreisen; es gibt die Opfer rassistischer Gewalt und diejenigen, die sich „durch Fremde bedroht“ sehen. Das Wort, das so starke Emotionen auslöst, hat derart Konjunktur, dass man sich die Ohren vor dem ganzen Gejammer verschließen möchte – womit man allerdings riskieren würde, das eigene Differenzierungsvermögen und das eigene Gerechtigkeitsgefühl zu unterdrücken. Ein gefährlicher Prozess der Vernebelung und der Entmenschlichung. Wie finden wir Klarheit und damit auch unsere Energien für solidarisches Sein wieder?
Foto: ©Jana Edisonga Photography
Wie finden wir zusammen, wenn Blicke sich verhärten und Verletzlichkeit nicht mehr wahrgenommen wird? Wie finden wir Klarheit, wenn wichtige Begriffe verdreht werden?
Alice Hasters hat sich in ihrem dritten Buch – nach Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten (2019) und Identitätskrise (2023) – die Entwicklung des Begriffs „Opfer“ und damit die Verschiebung des Diskurses angeschaut: Denn immer häufiger sind mit dem Begriff „Opfer“ nicht Menschen gemeint, denen Unrecht widerfahren ist, sondern solche, die die Harmonie stören, die als verweichlicht gelten, die andere herunterziehen oder sich über sie stellen wollen. Härte gegen andere gilt zunehmend als erstrebenswert – und während an Opfer unmenschlich hohe Ansprüche gestellt werden, verändern mächtige Bündnisse patriarchaler Komplizenschaft unsere Welt zum Schlechteren.
Alice Hasters beschreibt einen kulturellen Wandel, der nicht zufällig mit einem Aufschwung von Autoritarismus und Faschismus einhergeht. Was passiert mit einer Gesellschaft, in der Sensibilität als elitär gilt? Und das Recht des Stärkeren als authentisch? Mit intellektueller Unruhe stellt Alice Hasters den aktuellen Diskursverdrehungen die Forderung nach einer Analyse realer Machverhältnisse entgegen und stellt der neuen protofaschistischen Härte die politische Kraft der Verbundenheit gegenüber. In der Moderation von XX stellt sie nun ihr im April dieses Jahres erschiene Buch Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten im Ballhaus Naunynstraße vor.
Überall wird über Opfer gesprochen. Die einen werden Opfer, die anderen inszenieren sich als solche. Es gibt die Opfer des Klimawandels und die Opfer von zu hohen Benzinpreisen; es gibt die Opfer rassistischer Gewalt und diejenigen, die sich „durch Fremde bedroht“ sehen. Das Wort, das so starke Emotionen auslöst, hat derart Konjunktur, dass man sich die Ohren vor dem ganzen Gejammer verschließen möchte – womit man allerdings riskieren würde, das eigene Differenzierungsvermögen und das eigene Gerechtigkeitsgefühl zu unterdrücken. Ein gefährlicher Prozess der Vernebelung und der Entmenschlichung. Wie finden wir Klarheit und damit auch unsere Energien für solidarisches Sein wieder?
Foto: ©Jana Edisonga Photography
Ort der Veranstaltung
Theater, Tanz, Performance, Lesungen, Konzerte, Diskussionen, Filmabende – mitten in Kreuzberg bietet das Ballhaus Naunynstraße ein reiches Programm. 2023 wurde es hierfür mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Denn tatsächlich ist das Profil dieses Hauses einzigartig, es markiert eine Zäsur in der deutschsprachigen Theaterlandschaft.
2008 wurde es von Shermin Langhoff als postmigrantisches Theater eröffnet. Seit 2013, seit der künstlerischen Leitung von Wagner Carvalho, stehen dabei zunehmend schwarze Protagonist*innen, Artists of Color und queere Künstler*innen im Fokus. Das Theater arbeitet mit seinen Programmen gegen strukturellen Rassismus und intersektionale Ausschlussmechanismen an und entwickelt in diesem Zuge neue Erzählungen und ästhetische Formen. Damit ist es über die Jahre zum wichtigen Impulsgeber für die Dekolonisierung in Kunst, Wissenschaft, Politik und Alltag geworden.
Gelegen im Herzen Berlin-Kreuzbergs, ist das Ballhaus Naunynstraße am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. In der Umgebung befinden sich Bahn- und Bushaltestellen, die nur einen kurzen Fußweg entfernt liegen
2008 wurde es von Shermin Langhoff als postmigrantisches Theater eröffnet. Seit 2013, seit der künstlerischen Leitung von Wagner Carvalho, stehen dabei zunehmend schwarze Protagonist*innen, Artists of Color und queere Künstler*innen im Fokus. Das Theater arbeitet mit seinen Programmen gegen strukturellen Rassismus und intersektionale Ausschlussmechanismen an und entwickelt in diesem Zuge neue Erzählungen und ästhetische Formen. Damit ist es über die Jahre zum wichtigen Impulsgeber für die Dekolonisierung in Kunst, Wissenschaft, Politik und Alltag geworden.
Gelegen im Herzen Berlin-Kreuzbergs, ist das Ballhaus Naunynstraße am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. In der Umgebung befinden sich Bahn- und Bushaltestellen, die nur einen kurzen Fußweg entfernt liegen